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Buch des Monats: November

    Boldizsár M. Nagy (Herausgeber)/ Lilla Bölecz (Illustratorin): Märchenland für alle


    Der Herbst hat uns nun auch in diesem Jahr mit großen Schritten eingeholt. Die Tage werden merklich kürzer und kühler. Und damit beginnt auch die Zeit des gemütlichen Einkuschelns auf der Couch mit einem leckeren Tee und den ersten selbst gebackenen Plätzchen. Was dabei natürlich nicht fehlen darf, sind magische Geschichten – so wie ihr sie in „Märchenland für alle“ finden könnt.


    In den 17 Erzählungen erkennt man zwar noch die klassischen Märchen wieder, z.B. Schneewittchen in „Goldlaub“ oder Däumelinchen in „Wie Däumelinchen lernte, sich selbst zu helfen“, die Held*innen sind aber anders, als ihr sie bisher in Märchen kennengelernt habt.


    Es gibt mutige Mädchen, die sich Riesen stellen, und nicht auf die Hilfe eines Jungen angewiesen sind oder Prinzen, die gerne Kleider tragen, statt Prinzessinnen heldenhaft zu retten. Diese wiederrum haben eh keine Lust mehr auf gerettet werden und erst recht nicht darauf, sich ihren Mann nicht aussuchen zu dürfen. Außerdem verlieben sich Prinzen in Prinzen und werden bis an ihr Lebensende glücklich.


    Es gibt aber auch Kinder, die aus sehr schlimmen Verhältnissen kommen, weil der Vater trinkt oder die Eltern so arm sind, dass sie ihre Kinder im Wald aussetzen müssen. Einige Held*innen kommen zum ersten Mal in europäischen Märchen vor, wie „Goldlaub“ und „Panna“, zwei People of Color. Und auch in der Tierwelt werden die zu Held*innen, die sonst oft ausgeschossen werden, wie in der Geschichte „Triodor, der Hase mit den drei Ohren“ oder „Vom Rehlein und seinem Geweih“.


    Das Märchenbuch zeigt, wie vielfältig unsere Gesellschaft ist und dass jede*r, egal welcher Hautfarbe, sexueller Orientierung und körperlicher Beschaffenheit ein Held oder eine Held*in sein kann.


    Von mir gibt es deshalb eine absolute Leseempfehlung! Also, kommt im Leseclub oder der Lesepause vorbei und macht es euch bei uns im Raum mit diesem wunderbaren Buch gemütlich.


    Eure Frau Günther